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Konzept zum Atommüllendlager Tschechien


Wir fordern Alternativenprüfung, transparente Einbeziehung der betroffenen Gemeinden auch in Österreich sowie eine Ergänzung um die fehlenden Unfall- und Störfall-Szenarien

Atommüll Fässer

Gemäß dem UVP-Gesetz und der EU-Richtlinie 70/2011 haben unsere Nachbarn in Tschechien ihr "Konzept zur Entsorgung von radioaktiven Abfällen und abgebranntem Nuklearbrennstoff" aktualisiert. Seit 4. Juli liegt uns dieses Konzept vor und es gibt eine grenzüberschreitende Strategische Umweltprüfung (SUP), bei der jede/r eine Stellungnahme abgeben kann und soll.

Die Unterlagen zur SUP sind online abrufbar - bis zum 1. August 2017 können Stellungnahmen für Österreich mit unserem Online-Tool angepasst und abgesendet werden:

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Was ist das Probem mit dem Konzept zum Atommüllendlager Tschechiens?

Die Länder, die Atomkraftwerke betreiben, stehen vor dem Problem einer sicheren Lagerung ihres Atommülls: Kein Land der Welt hat nach 60 Jahren Atomkraft eine Lösung für die hochradioaktiven Abfälle. Gemäß UVP-Gesetz und EU-Richtlinie 70/2011 hat auch die Tschechische Republik ihr Konzept aktualisiert und am 4. Juli 2017 begann für Österreich die grenzüberschreitende SUP, bei der jede/r eine Stellungnahme abgeben kann – und soll. Denn es geht um die Endlagerung von abgebrannten Brennstäben aus den AKW Temelín und Dukovany, die aufgrund der Halbwertszeit von Plutonium von 24 100 Jahren für zehn Halbwertszeiten (das sind 241 000 Jahre) sicher gelagert und bewacht werden müssen – zum Vergleich: die Ausbreitung des Menschen (Homo Sapiens) aus Afrika fand vor ca. 60 000 Jahren statt. Während dieser Zeit müssten die Atommüll-Lager gesichert werden gegen Wassereinbruch, Überhitzung, Sabotage, Diebstahl und Terrorismus. Gefahren wie Erdbeben, Vulkanismus und zukünftige Eiszeiten (können große Gesteinsmengen bewegen) müssen hier mit berücksichtigt werden.

Tschechisches Entsorgungs-Konzept ungenügend

Entgegen den Vorgaben des UVP-Gesetzes werden keine Alternativen zu einem geologischen Tiefenlager betrachtet – obwohl es weltweit kein funktionierendes Tiefenlager gibt und diese Forderung im Scoping-Verfahren auch vom Tschechischen Umweltministerium gestellt wurde. Selbst ein Vergleich der Umweltauswirkungen verschiedener Varianten für das vorgeschlagene Tiefenlager findet nicht statt. Zu betrachten wäre die Frage, ob eine langfristige Lagerung, etwa 100 Jahre sinnvoll wäre, bevor eine besser fundierte Entscheidung für ein Tiefenlager fällt. Die tschechische Atomindustrie nennt immer wieder eine mögliche Wiederaufbereitung der abgebrannten Brennstäbe in Russland als Möglichkeit. Die damit verbundenen Fragen von Transport, zusätzlichem Abfall und der Verwendbarkeit des wiederaufbereiteten Brennstoffs in den tschechischen AKWs und die Umweltauswirkungen wären zu untersuchen. Die dritte Variante ist die Direktlagerung, wo die Brennstäbe direkt aus dem Zwischenlager in das Endlager verbracht würden. Doch auch die beiden erstgenannten Varianten machen ein Endlager nicht überflüssig.

Ein schwerer Mangel des Umweltberichts: Mögliche Unfälle und Störfälle des Endlagers und vorgelagerten Schritte (etwa Transport, Neuverpackung des Atommülls vor der Endlagerung) werden gar nicht betrachtet.

Entgegen den Behauptungen der SUP-Unterlagen sind grenzüberschreitende Auswirkungen nicht auszuschließen: Einige potenzielle Standorte für das Atommüllendlager Tschechiens liegen nur 30-80 km von Österreichs Grenzen entfernt. Der AKW-Standort Dukovany ist nur 30 km von der Grenze entfernt – hier wollen einige der Bürgermeister aus kurzfristig wirtschaftlichem Interesse das Endlager haben. Eine Einbindung der betroffenen Gemeinden auf österreichischer Seite gibt es nicht, auch die angekündigten Anhörungen an den potenziellen Standorten auf tschechischer Seite finden nun doch nicht statt.

Daher ist die Stellungnahme in diesem SUP-Verfahren eine wichtige Gelegenheit für die österreichischen Betroffenen, das vorliegende Konzept in Frage zu stellen und sich gegen die Gefahren eines Endlagers an unseren Grenzen zu wehren:

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Atommüll-Endlager Konzept Tschechien

Unsere Forderungen

Der Umweltbericht erfüllt die Bedingungen des Scopingbescheids des Umweltministeriums der Tschechischen Republik in folgenden wesentlichen Aufgabenstellungen nicht und ist daher zurückzuweisen und um folgende Punkte ergänzt erneut vorzulegen:

  • Auswirkungen auf die potentiellen Endlagerstandorte: Auswirkungen auf die Lebensqualität der Bewohner, Gefährdung der Trinkwasserquellen
  • Sicherheitskriterien für das tiefengeologische Endlager: Prüfung, ob die Anforderungen (vor allem Sicherheits – und Umweltanforderungen) und Kriterien für die Standortauswahl für ein Tiefenlager ausreichend sind.
  • Alternativen zum tiefengeologischen Endlager: Ergänzung und umfassende Auswertung weiterer Varianten für die Entsorgung von abgebrannten Brennstäben

Wir fordern zusätzlich die Ergänzung des Umweltberichts bzw. des Konzepts um klare Regeln zur Einbindung der Öffentlichkeit im In- und Ausland wie in der UVP-Richtlinie, der EU-Atommüllrichtlinie und internationalen Konvention vorgesehen ist. Mögliche Unfälle und Störfälle der tschechischen Zwischenlager und potentiellen Endlager sind umfassend darzustellen, auch können grenzüberschreitende Auswirkungen für Endlagerstandorte in der Nähe zu Österreich nicht pauschal ausgeschlossen werden

Da es keine akzeptable Lösung für die dauerhafte Entsorgung bzw. Lagerung des hochradioaktiven Mülls gibt, ist der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken mit der laufenden Produktion von weiterem Atommüll einzustellen.

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https://www.global2000.at/atommuellendlager-tschechien

Reposted byanti-nuclear anti-nuclear

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